Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Freiheit!


Als neues Mitglied der Freunde der Freiheit heute ein paar Abschlussworte an Sie richten zu dürfen, ist für mich eine besondere Ehre – und, wenn Sie mir das erlauben, auch ein kleines Heimspiel. Denn Freiheit ist für mich kein abstrakter politischer Begriff. Sie begleitet mich, seit ich politisch denke. Schon in meiner Schulzeit hat mich ein Satz von Friedrich Schiller geprägt. In Don Carlos heißt es:

„Geben Sie Gedankenfreiheit.“

Ich glaube, dieser Satz könnte heute nicht aktueller sein.
Denn Freiheit beginnt dort, wo Menschen den Mut haben, selbst zu denken – und wo eine Gesellschaft es aushält, wenn jemand anders denkt. Als Kultursprecherin der ÖVP im Wiener Rathaus ist das für mich tägliche Realität: die Freiheit der Kunst, der Gedanken, der Meinung und der Kreativität. Kunst braucht keine politische Gebrauchsanweisung. Sie darf provozieren, widersprechen und unbequem sein. Und genau das muss eine freie Gesellschaft aushalten. Für mich gehören Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammen. Wir wollen keine Gesellschaft, in der der Staat den Menschen ständig erklärt, was sie tun und lassen sollen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der man den Menschen etwas zutraut.

Eigenverantwortung ist für mich kein Rückzug des Staates – sie ist Ausdruck des Vertrauens in den Menschen.

Genau deshalb freue ich mich, jetzt Teil dieser Vereinigung zu sein. Denn hier geht es nicht nur darum, über Politik zu reden. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen, Ideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Und wenn wir über politische Ideen sprechen, dann dürfen wir in Wien natürlich einen Namen nicht vergessen:
Erhard Busek.

Die „bunten Vögel“ haben gezeigt, dass bürgerliche Politik alles andere als langweilig sein muss.
Sie kann weltoffen sein.
Sie kann europäisch sein.
Sie kann intellektuell sein.
Und sie darf auch einmal unbequem sein.
Diesen Geist brauchen wir heute wieder.
Denn bürgerlich heißt für mich nicht: „Das haben wir immer schon so gemacht.“

Bürgerlich heißt:
Wir wissen, woher wir kommen – aber wir entscheiden selbst, wohin wir gehen.

Tradition darf niemals zum Stillstand führen.
Wir müssen uns fragen: Wie wollen wir in Wien, in Österreich und in Europa in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren leben?
Ich wünsche mir eine bürgerliche Politik, die darauf Antworten gibt.

Eine Politik, die Nachhaltigkeit ernst nimmt, aber nicht glaubt, dass jedes Problem mit einem Verbot gelöst werden kann.

Eine Politik, die Klimaschutz will und gleichzeitig auf Innovation, Technologie und wirtschaftliche Stärke setzt.

Eine Politik, die Leistung fordert und Chancengleichheit ermöglicht.
Und eine Politik, die Europa nicht nur verwaltet, sondern an Europa glaubt.

Mit Vernunft statt Ideologie.
Mit Innovation statt Bevormundung.
Mit Freiheit statt Misstrauen.


Deshalb gefallen mir auch die drei Begriffe der Freunde der Freiheit so gut:

Zivilisation. Hoffnung. Aufschwung.

Politik sollte den Menschen einen Grund geben, an die Zukunft zu glauben. Und genau darin sehe ich unsere Aufgabe:

Junge Menschen zu fördern.
Erfahrung weiterzugeben.
Neue Ideen zuzulassen.
Und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen.
Denn Gedankenfreiheit bedeutet auch, den Mut zu haben, einen Gedanken überhaupt erst zu Ende zu denken.
Nicht jede Meinung muss richtig sein.
Nicht jede Idee wird funktionieren.

Aber wir müssen die Freiheit haben, sie auszusprechen und sie auszuprobieren.
Das ist für mich Freiheit.

Und deshalb freue ich mich sehr, heute nicht nur hier bei Ihnen zu sein, sondern nun auch offiziell zu den Freunden der Freiheit zu gehören.
Lassen wir uns ruhig ein bisschen von den „bunten Vögeln“ inspirieren.
Seien wir neugierig.
Seien wir mutig.
Seien wir unbequem, wenn es notwendig ist.
Und vor allem:
Seien wir frei genug, selbst zu denken.
Denn vielleicht beginnt genau dort der politische Aufbruch, den wir uns wünschen.

Und deshalb möchte ich mit jenem Satz schließen, der mich seit meiner Jugend begleitet:

„Geben Sie Gedankenfreiheit.“ Geben wir den Gedanken Freiheit!

Und geben wir damit auch unserer Politik wieder die Freiheit, groß zu denken.

Vielen Dank!

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